*
***
Die Geschichte von der Geschichte 

Es war einer jener Tage, an denen es schwer fällt die Gedanken auf eine Sache zu konzentrieren. Ich fühle mich, als hätte ich zu viel Marihuana zu mir genommen. Aber wie das? Sind es nur Gedankenspiele einer verwirrten Seele, einer von der Lust geplagten Sehnsucht nach etwas Besonderem. Ich wache, wahrlich, es ist kein Schlaf. Mein kritischer Geist liebt die Sucht, die Sucht nach Wissen, nach Authentizität, nach intellektuellem Genuß. Aber wehe diese Euphorie schwindet und mir wird gewahr, welch erbärmlicher Schreiber ich doch bin, unfähig meinen Stil zu finden, mich zu finden, indem ich die wahre Charakterologie von Ibo schreibe. Dann kann ich den Schmerz nicht spüren vor Wut über mein Wunschdenken, meinem Schicksal Sinn einzuhauchen, aus der Historie meiner Jugend eine Botschaft zu formulieren, die heißen soll: Wirklich, es war ein Kindertraum, der Euch lehrt, das Leben zu genießen, es zu nutzen. Zeigt Dankbarkeit, daß Ihr seid, daß Ihr lebt und wirkt. Mitnichten, es ist eine Ansammlung von Zufällen, die  jedes Leben eines jeden Menschen formen; das Gute und das Böse in uns, nichts weiter als Konstellationen von Atomen und Ionen. Aber wenn ich schreibe, so spüre ich etwas besonderes, eine Ernsthaftigkeit in mir, die sonst nicht ist. Der Schreiber ergibt sich seinem Schicksal hin, drängt der Welt seine Tüchtigkeit auf, bis die Endzeit kommt und der Schreiber schweigen muß. Er feiert die Wiedervereinigung mit dem Tod. Einer Dunkelheit, eines Grauens, zu weit und zu nah, um es zu beschreiben. Geh, fall in den Schlaf. Er ist so süß. Es war jener Tag, an dem ich dies niederschrieb.

Ibrahim Mazari