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Was soll Web-Design leisten?*

Es lebe der Anhänger des Minimalismus. Manchmal ist weniger mehr, nämlich dann, wenn es gilt die Aufmerksamkeit des reizüberfluteten und ungeduldigen Surfers zu wecken und es ihm so einfach wie möglich zu machen, zu wissen, zu genießen, zu sein. Da ist er es schnell Leid, Pseudokunst zu ertragen, um dann resigniert weiterzusurfen. Wie ein Sternengucker oder ein alter Seemann auf seinem Kutter, ist Navigation funktional. Wie richte ich mein Teleskop aus, wie komme ich nach Tonga, wo ist der Text über das Thema, das ich bearbeiten will oder muß? Und so muß das Design das Sein unterstützen, Stütze sein in Übereinstimmung mit der menschlichen Wahrnehmung. Das ist schwierig genug! Und wenn dies gelingt, hat man die Einheit von Inhalt und Form, so wie der Sextant oder das perfekt geschliffene Glas für das Teleskop. Diese Einfachheit ist bewundernswert.

Wenn man sich von diesen Überlegungen leiten läßt, kann man einfache Regel aufstellen, was gutes Web-Design ausmacht. Bedienen muß man es können, Finden ist wichtiger als Suchen, Freunde, ich habe keine Zeit, ruckelnde Bilder sind ätzend. Ladezeit, Übersichtlichkeit, die Farben sagen was aus, sie sind nicht nur hip oder schön. Kombiniere mit Sinn, sehe die Farbpsychologie. Vermittle das, was dem Surfer gefällt, nicht Dir. Der Köder muß dem Fisch, nicht dem Angler schmecken. Denke daran, Typographie ist Navigation. Schrift ist Form, fülle Sie, nicht leer lassen! Und auch hier ist zu beachten: Einheitlichkeit, passt es zum Gewollten und Gesagten? Erschlage niemanden mit Minilettern, die zuhauf den Schirm auffressen. Aber auch keine Balken, die Dich blind sein lassen. Und auf einem 2D Schirm eine 3D-Welt schaffen?

Man kann wunderbar strukturieren, indem man Tabellen wie zauberhand und unsichtbar ordnen läßt. Templates oder Frames gibt es auch.

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